Filme für Unternehmen…

Offenbar ist die Industrie wieder einmal früher darauf gekommen, dass man „nur“ mit einer Internetpräsenz und ein paar Flashgags auf Dauer nicht bestehen kann. Audi, Mercedes und die Lufthansa turnen es vor, jetzt erreicht der Trend den Mittelstand mit voller Wucht.

Dreharbeiten vor Ort
Dreharbeiten

Das  Medium „Bewegtbild“ wurde vom Sog der neuen Internetgeschwindigkeiten erfasst und taucht nun auch auf Internetseiten von Handwerkern und Betrieben auf.

Ist der Downloadrausch wirklich der alleinige Grund?

Ich denke nein. Die Aufmerksamkeit und Verweildauer unseres Blickes ist einfach nur weiter verkürzt worden auf nur wenige Sekunden. Liest man Umfragen so wird auf die Frage „Was haben Sie zuletzt im Internet gemacht?“ zu 80% fast geantwortet – „Ich habe einen Film oder Videoclip gesehen“. Dank YouTube  werden allerdings auch verwackelte Handyuploads für Filme gehalten.

Sei es drum, selbst 50 oder 40% wären eine enorme Nutzerzahl. Mittlerweile werden Filme und Clips über facebook und Twitter verteilt und verlinkt. Filme sind auf Messeständen zu sehen und rattern über die Beamer bei wertigen Präsentationen. Filme werden auf Unternehmensseiten genutzt um Verfahren zu erklären, ersetzen den rostigsten aller Menuepunkte „Über Uns“ oder schlimmer noch „Unsere Philosphie“.

Selbst diese Punkte können in einem Film 1000 mal öfter verteilt werden, als jede Hochglanzbroschüre, jede Visitenkarte oder jeder Flyer. Hier gilt, ein guter Film verteilt sich fast von selbst ein langweiliger oder schlechter Streifen dagegen so gut wie gar nicht. Schon ist man bei der Schwierigkeit dieses Mediums. Die Qualität sollte bei Unternehmensfilmen die wichtigste Rolle spielen. Selbst die Länge oder der Sprecher sowie Musik und Schnitt entscheiden über Erfolg oder Mißerfolg in diesem Medium.

Wird dem Mittelstand bis heute das selbstgebaute Signet, die zerschrubbte vom Lehrling oder einer Nebenberuflerin zusammengeschraubten Internetpräsenz verziehen, kann der Film ganz andere Einblicke geben und natürlich auch echte Schwächen gnadenlos kommunizieren. So wird die Budgetlosigkeit oder die Zielschwäche der Kommunikation im Unternehmen unmittelbar erfasst.

Auf Letzteres muss ich jedoch gesondert eingehen, denn erst einmal waren mir ein paar Worte zu dem Thema Film als Medium wichtig. Ein Film ist im Vergleich oftmals sogar günstiger als eine Anzeige bei gleicher Reichweite. So war es für uns keine Überraschung, dass ein Kunde seine DVD 60.000 mal versendet hat und zwar punktgenau.