Filmstube Hamburg erleben…

Filmstube goes Cinema!

So lautete am Freitag das Motto in Hamburg im Metropolis Kino. Geboten wurden am Freitag den 13. genau 13 Meisterwerke des Kurzfilms. Wir waren mit dem Projekt Her(t)zrasen vor Ort geladen, um den Film der in Heide mit Hamburger Schauspielern realisiert wurde, einmal auf der großen Leinwand zu sehen.

Anders als bei vimeo oder YouTube war ich hier auf die unmittelbaren Reaktionen eines wirklich gut gefüllten Saales gespannt. Die Reaktionen, die wir in der Plattform „Hacker Movies“ von Filmschaffenden bekamen, waren gut durchmischt und recht positiv. Für mich als Filmfan und als Teil der Crew war nach der ganzen virtuellen Welt nun wichtig, ob der Lacher im Saal auf dem Punkt sitzt, an dem das Drehbuch diesen vorsah. Ich war also zum Bersten gespannt, obwohl wir schon Vorführungen hatten, rechnete ich hier mit einem qualifizierten Publikum, da wirklich eine Menge Teams der Programmfilme vor Ort waren.

Das Vorspiel zu diesem Abend war schon wieder filmreif. Das Team war am Donnerstag und Freitag für einen Imagefilm „on Location“ und kam voll bepackt mit Kran und Dolly erst gegen 19:00 im Studio an und das Material war mitten in der Überspielung als es zum Aufbruch ging. Da es eine Sonnenaufgangsszene geben wird, kann man sich denken, wie erschöpft die Leute waren nach 2 Tagen Dreh. Nichtsdestotrotz waren wir mit immerhin 6 Leuten der Besetzung vor Ort inklusive Christoph Michel einem der Akteure und Schlüsselfiguren von Her(t)zrasen.

Metropolis Kino
Metropolis Kino

Geboten wurden folgende Werke:

Blackout (wurde am Ende wegen Aussetzer wiederholt), Back to Solitude, Four Dogs, Her(t)zrasen, Hilfe meine Frau geht Fremd, Im Garten nichts Neues, Dawn, Jungle of Terror, Kiew Stille/Stimme, Neulich am Flughafen, Preening Swan, Reality und Zu Gut.

Zu Beginn stellte sich die Fimstube kurz in einem Trailer aus „Outtakes“ vor, was für die ersten Lacher sorgte aber auch einen Blick hinter einige Produktionen gestattete.

Zunächst mal ein Kompliment an das Metropolis, und seine wirklich gute Tonanlage. Nachteil bei den Vorführungen von DVD auf Beamern ist neben den 16:9 Irritationen, das unser Grading nicht ganz wie in der HD Variante rüberkommt. Einen Lacher gab es dann als Michael Großmann (Regie) auf der Bühne zu dem Film gefragt wurde, wie er darauf kam „das Mann/Frau“ Thema aufzugreifen, wozu auch mir nicht viel eingefallen wäre, denn wer den Film kennt, weiß wohl, dass diese Perspektive der Handlung so nebensächlich ist, wie die Frisur der Makeup Lady. Michael Großmann gab dann die einzig korrekte Antwort zu dieser Frage „wir wollten einfach eine tolle Geschichte erzählen und einen guten Film drehen!“

Die Reaktionen der Zuschauer waren wirklich gut und haben mich enorm gefreut, neben den Szenenlachern gab es dann auch den entsprechenden Schlussapplaus.

Was bei der Filmstube gut gefällt ist die Tatsache, dass man die Werke eines Abends nicht miteinander vergleichen kann und auch nicht sollte. Neben dem Spaßprojekt „Jungle of Terror“ war z.B. „Dawn“ mit Cosma Shiva Hagen wie ein Umschalten von Sat1 zur HBO Movienight im Premiumchannel. Auch die beiden Musikfilme, etwa das Hardcore Projekt „Kiew“ gegen „Preening Swan“ waren nicht vergleichbar. Bei „Preening Swan“ schwebte ein Sound durch den Saal, der wirklich das Erscheinen von Sean Connery oder Belmondo eben 007 in den auf 60s eingestellten Köpfen auslöste. „Kiew“ dagegen erinnerte mich an Elektoschocks und Pentothal in einem CIA oder KGB Verhör während des kalten Krieges auf LSD. Erwähnen mag ich auch die Filme „Im Garten Nichts Neues“ und „Zu Gut“ die mir wegen der Special Effects auffielen und die Genres Horror und War in wirklich witziger Weise auf die Leinwand brachten.

Toll fand ich persönlich diesen Mix im Programm. Ich würde mir jedoch wünschen, dass man sich von der Filmstube die Zeit nimmt, jeden Film kurz anzumoderieren, um dem Zuseher eine kurze Phase der Vorbereitung zu geben. So jedenfalls plumste man von einer Überraschung in die nächste, was nicht immer optimal war.

Deutlich wurde, wie unterschiedlich nicht nur die Teams und Regisseure oder Drehbuchautoren arbeiten, sondern wie unterschiedlich diese auch an das Filmen selbst herangehen.Im Foyer des Kinos gab es reichlich Gelegenheit, mit den Machern selbst zu sprechen und Kontakte zu knüpfen was wir auch reichlich genutzt haben.

 

Hier ein Link zur Filmstube: Link

Anmerkung:
Hert(t)zrasen liegt der Fachzeitschrift Foto-Praxis vom Markt&Technik Verlag bundesweit auf DVD bei. Näheres in Kürze bei der UNEM-Filmproduktion im Blog. Ich werde dann an dieser Stelle den entsprechenden Link einfügen.

Wer Her(t)zrasen dirket ansehen mag kann dies auf vimeo oder YouTube per Click. Natürlich gibt es auch ein Making-Of.