MPS Mittelalterlich Phantasie Spektaculum Hohenwestedt

Hohenwestedt Anno Domini 2011

Alle Jahre wieder versammelt sich das Volk um die Feuer im Park zu Hohenwestedt um das Spectakulum zu erleben. Ein Erlebnis ist es wirklich und dieses Jahr waren es volle 3 Tage über Pfingsten. Auf der Internetseite vom Spectaculum findet man eine Menge Informationen zu dieser Veranstaltungsserie.

Es gibt mehrere Bühnen und diverse Shows und Auftritte zum Thema „mittelalterliches Leben“. Man kann die ganze Angelegenheit natürlich bierernst betrachten, oder wie das MPS selbst es beschreibt – „nicht authentisch sondern phantastisch“.  Diese Grundhaltung vernichtet Spannungen von Anbeginn, denn die Hobby-Historiker, Besserwisser und „das war aber anders“ Fraktion erspart einem die Vorträge von Dingen, die auf einem Festival eben wenig zu suchen haben.

Mittelalterlich Phantasie Spectaculum 2011
MPS Ritter von Ars Eqitandi

Nun klingt es fast so, als sei der Titel nur Makulatur, dem ist allerdings nicht so. Wer sich unter die Lagernden traut oder gar an einem der unzähligen Feuern Platz nimmt, wird akurat eines Besseren belehrt. Eben diese Lager bilden nach meiner Auffassung das Herz der Veranstaltungen. Ohne diese Lager und die ganzen Teilnehmer, die sich wirklich Mühe geben, und die Marke zum Leben erwecken wäre dieser Erfolg seit 1994 wohl kaum möglich. In Hohenwestedt sind die Lager stilecht im Wald aufgeschlagen und rund um den Park einer art „Mainstreet für Zeitreisende“.

Auf dem Spectakulum bekomme ich jedesmal die Gelegenheit mit den „Stars“ ganz normal zu sprechen, ohne meinen Presseausweis zu zücken. Auch Bands und Artisten gehen zum Imbis oder an die Schenke und bleiben ansprechbar. So kennt man es auch vom Hörnerfest und ist der Szene wirklich eigen, jedenfalls erlebe ich es so.  Ich konnte ich mich mit Rapunxl und Saltatio Mortis, Feuervogel genauso wie den Vocals von Metusa sowie den Rittern von Ars Eqitandi eine kleine Weile unterhalten.

Interessant ist es, dass es auf dem Fest keinerlei Stress gibt trotz der grossen Mengen Kirschbier, Met und Rachenputzer. Die Shows sind wirklich recht unterschiedlich und halten das Publikum durch die 3 Bühnen und freien Showflächen geschickt durchgehend in Marsch. So ist diese Veranstaltung an einem Tag kaum zu bewältigen. Jede Bühne ist es Wert sich die Zeit zu nehmen um einen Moment zuzusehen. Die Rittershow bietet alljährlich ein neues Drehbuch als Hintergrundstory, genauso wie die Manöver von Rapunxl (Cricus UnArtique) immer waghalsiger werden.

Zunächst erscheinen die Eintrittspreise recht hoch, allerdings in Relation mit dem Gebotenem wohl doch gerechtfertigt. Gisbert Hiller der Veranstalter meint es offenbar gut mit seinem Gefolge und dieses lohnt es dem Fest mit tollen Ideen und handgefertigter Ausstattung. Pestumzug und Lagerleben sind ein wilkommener Kurzurlaub auch für den eigenen Kopf. Abgeschlossen werden die Tage jeden Abend mit einer gigantischen Feuershow die, was die Flammen angeht, an die Wacken Hauptbühne durchaus herankommt. Man merkt die Druckwellen in jeder Pore und es wird wirklich warm. Feuer Fackeln und Laternen bilden dann das letzte Bild der Veranstaltung, welches man im Kopf  behält.

Mehr Fotos habe ich hier zusammengefasst: Link

Die Termine sind unter Spectaculum.de zu finden und für die Nordlichter die Hohenwestedt verpasst haben ist Hamburg Bahrenfeld oder Hamburg Oejendorf demnächst auch nicht weit entfernt.