Wacken 2011 – Jedesmal etwas Anders

Wacken 2011 war wieder einmal ein Festival mit einer ganz eigenen Erlebenswelt. Wie 2005, 2008 oder auch 2010 ist ein enormer Sprung gemacht worden, der das Festival weiter professionalisiert hat. Allerdings kann ich den Einlassungen der SHZ nicht folgen, „es würde nur noch ein Karussell fehlen“. Wer die Campgrounds besucht weiß, dass zwar mehr „neue“ Fans auf den Plätzen waren, diese jedoch übernehmen die Sitten der Metalheads in vollem Umfang. Zusatzangebote irritieren insgesamt eher wenig und wenn Judas Priest die Bühne rockt wird es eh keinen Fan aufhalten sich dem eigentlichen Festival zu widmen.

Ich habe noch nie so eine friedliche Menge erlebt wie auf den Festivals in Wacken. Das früher oder später eine jüngere Generation eintrifft, war irgendwie absehbar und logisch. Nicht umsonst fördert die Wacken-Foundation unter der Prämisse „Wir müssen in 20 Jahren noch Bands haben“ bereits jetzt intensiv den Nachwuchs. Eine weise Entscheidung, denn wer möchte es denn schon gern erleben, dass etwa Ozzy in 20 Jahren auf die Bühne geschoben wird?

Die wahren Headliner des Festivals
Wacken 2011

Die Kritik richtete sich also eher gegen den Mythos, den ohnehin jeder der Anwesenden in sich trägt.  Ein Mythos der weder Diktaten folgt, noch durch Angebote wie etwa ein Wrestling Zelt gestört werden könnte. Dort wurde eben auch mal aus Langeweile angestanden zwischen den Auftritten mehr aber auch nicht. Der Gig von Roberto Blanko hatte ebenfalls  einen ganz anderen Grund als angenommen. Immerhin hatte Blanko vorab mit Sodom einen Spot aufgenommen für die Alzheimer  Gesellschaft und war dort als Botschafter vor Ort.

Als Bülent Ceylan 3 Worte zu Wacken sagen, sollte meinte er spontan „Ich hab Schiss..“ Unbegründet, denn mit 20 Minuten schadete er dem Programm nicht im Geringsten. Fans trugen ihn im Schlauchboot zu guter Musik über ihren  Köpfen. Dass ein kleiner Hitler in Getränkeautomaten wohnt wissen wir dank Bülent nun auch.

Bülent Ceylan im Boot beim Crowdsurfing
Bülent Ceylan WOA 2011

Ich gebe zu, auch ich war skeptisch was gerade diesen Auftritt auf einer Hauptbühne anging, allerdings war im Meet&Greet eben der Stau bei den Autogrammen der letzte Beweis für einen gelungenen Auftritt.

Die Headliner des Festivals bleiben damit auch 2011 die Fans und Metalheads aus aller Welt. Ein Schlagerbarde wird von den Fans, die sich nach dem Lineup auf dem Gelände bewegen, ohnehin nicht wahrgenommen. Dieses Jahr waren ebenfalls wieder auf der Wetstage einige kleine Sensationen versteckt, die wirklich unglaubliche Shows abgeliefert haben. Eingefleischte Fans zerren Neulinge ohnehin dorthin, um Ihnen Pure-Metal näher zu bringen. Diese Bands werden es auch sein, die in 4, 5 oder 10 Jahren die großen Bühnen rocken werden. Dessen bin ich mir absolut sicher geworden nach den Gigs die ich dort gesehen habe.

Eine kleine Sensation bahnte sich im Pressezelt an, als Subway to Sally Ihre neue CD vorstellten. Es wurden 3 Stücke vorgespielt von denen mir ein Stück direkt die Beine wegriss. Schwarzes Meer wurde dann sogar auch live gespielt als erstes Stück der erst am 24.08.2011 erscheinenden CD. Ich schliesse mich dem Kommentar von Fisch an :“Spätestens in 6 Monaten werdet Ihr „Schwarzes Meer“ so mitsingen wie „Kleid aus Rosen“!“. Erste Mitschnitte habe ich bereits auf Youtube entdeckt, bin mir allerdings nicht sicher ob dies im Sinne der Band ist und verlinke daher bewusst nicht.

Es gab also wieder einen Gänsehautabschluss gegen 3 Uhr am Morgen auf dem heiligen Acker der Wacken-Fields.

Subway to Sally Wacken 2011
Subway to Sally "Schwarzes Meer"

Dass es weitergeht und gut ankam wird belegt mit dem Ausverkauf des Xmas Tickets binnen 45 min. 10.000 Tickets waren verkauft worden und ab sofort beginnt der reguläre Vorverkauf, der um Weihnachten wieder einmal ein „Sold Out“ servieren wird. Immerhin haben sich schon tolle Künstler angesagt die wieder ein Stück Musikhistory live erlebbar machen werden.

See you in Wacken – Rain or Shine.

Hier noch Impressionen vom Festival 2011 mein besonderer Dank gilt der WOA Media Crüe und der ICS Festival GmbH Holger Hübner, Thomas Jensen und Britta Kock .