Lokalportal oder was mir so gefällt.

Aktuell ist der Presse zu entnehmen, dass mit Fördermitteln ganz „gegen den Trend“ offenbar ein Portal unter dem Namen Lokalportal entstehen soll. Ziel ist die Regionalisierung und soll die „Nachbarschaftshilfe“ zum Programm haben.  So beschrieben jedenfalls in der SHZ.

Ich habe mich bereits seit Jahren mit Akteuren aus Marketing, Wirtschaft und Politik mit eher mäßigem Erfolg um solche Portale und Netzlösungen für Kommunen und Regionen bemüht. Dazu habe ich 2013 bereits fleissig unter dem Motto „Buy Local“ gebloggt.
Der Beitrag hat an keinerlei Aktualiät eingebüsst und findet sich hier.

Was mir bei www.lokalportal.de sofort auffällt ist der „Beta“ Status der Anwendung. Was ich nicht ersehen kann ist das eigentliche Ziel. Es wurden bereits unter Heide einige öffentliche Einträge aus facebook dort wiederholt die nun viel zu lang nun andere Einträge verdecken. gewerbliche Einträge bleiben derzeit unsichtbar, Angebote aus der direken Nachbarschaft sind nicht einzusehen hat man seine Postleitzahl einmal festgelegt. Daher kann ich nicht beurteilen, ob es in anderen Gegenden des Landes besser aussieht.

Es gab an der Westküste bereits ein paar Versuche, die leider ebenso an der konzeptionellen Arbeit gespart haben und damit (letzter Eintrag Dez. 2014) wohl eher Projektleichen darstellen (www.meinsteinburg.de). Mangels Nutzung wiederholen diese Seiten Ihre Inhalte mittlerweile auf facebook und setzen dort auf Weiterteilung in „Du lebst schon lange in…“ Gruppen die mit immerhin einigen 10tsd. Nutzern die eigentlichen lokalen Platzhirsche darstellen.

Allerdings gibt es auch positive Beispiele, die Termine Adressen und was man so benötigt sehr gut abbilden. www.meinitzehoe.de zb. bietet einen tollen Downloadbereich für Unterstützer an mit Logos und Unterlagen. Ansonsten gilt landesweit die Frage auf facebook „Weiss irgendwer wo, wann…?“ als Eselsbrücke um die Defizite in der Information auszubügeln.

Was mich daran ärgert ist das verbrannte Kapital, und die teilweise wissensbefreite Umsetzung die keinesfalls mehr den geltenden Standards entspricht.

In der freien Wirtschaft nennt man dieses Vorgehen schlicht „am Markt vorbeiproduziert“. Ich hoffe nun ein bischen das Lokalportal wenn es dann diese Bedürfnisse decken will. Die Städte App der Stadt Heide etwa ist nur mit bescheidenen 500-1000 Installationen im Markt vertreten laut Playstore. Ein Schild an der Bundesstraße nach Heide hätte mehr Werbekontakte.
Dies zeigt deutlich was mangelnde Kooperation bei Einzelprojektstarts bewirkt.

Die Probleme dieser Anwendungen liegen nicht wie vermutet in der Software oder einem Feuerwerk an Funktionen sondern in der Zusammenarbeit von Bürgern, Wirtschaft, Vereinen, Institutionen, Gemeinden und Akteuren sowie letztlich den klassischen Medien wie Zeitungen vor Ort. Damit meine ich auch die konsequente Fortsetzung von Kanälen nach Ende der Förderphase mit öffentlichen Geldern. Diese Anwendungen können sich leicht selbst tragen wenn das Netzwerk „Offline“ denn besteht.

Daran wird auch Lokalportal nicht vorbeikommen, denn wenn auch nur eine Gruppe dieses Netzwerk nicht aktiv unterstützt bleibt die lokale Kommunikation fest in der Hand von Google und Herrn Zuckerberg. Daher heisst es nun Daumen drücken und hoffen dieses Projekt schafft den Durchbruch. Lokale Unternehmen auszublenden in der Testphase ist der Sache allerdings nicht eben dienlich.  Ich bleibe dabei: „Holt Euch endlich das Netz zurück!“.

Würde der Mittelstand die Chance erkennen, hätten es diese Netzwerke nicht so schwer den Regionen und den Bürgern dienliche Werkzeuge zu fertigen.

Link – www.lokalportal.de