Eine Kleinstadtszene gibt Alles?

Ok die Zeit bis Wacken ist jedesmal lang,

da habe ich die Chance genutzt und mich in der lokalen Szene umgetan. Es ist in der Tat nicht ganz so einfach für eine Band aus der Region direkt durchzustarten. Panacea Experience ist da eher ein positives Beispiel. Die 3 Heider Rabauken habe ich bereits desöfteren gesehen und fotografiert und nun auf dem Jübek Open Air als einen der Headliner wiederentdeckt. Wirklich eine tolle Leistung!

Jübek muss man dazu sagen ist eines der Festivals die es bereits in den 80ern neben Roskilde sehr früh zu Rang und Namen gebracht hatten. Allerdings war es um Jübek eine ganze Weile still geworden. Nichts desto Trotz ist es sicher eine feine Sache bei der Reaktivierung des Festivals am 25.08 auf der Bühne zu stehen  mit den Donuts und Ludwig Van, Fiddlers Green oder den Haudegen. Ich bin gespannt wie die Truppe sich dort schlägt obwohl ich weiss, die packen es.

Aber weiter im Text:
Es gibt im Norden Hamburgs sicherlich ein paar Ausnahmen die wie derzeit Santiano, die die Album Charts quasi aus dem Stand weggepustet haben. Dabei haben die Musiker wirklich sehr tolle eigene Projekte seit Jahren laufen, die es viel eher verdient hätten mal eine fette Promo zu bekommen wie der Schiffsplankenblues derzeit. Aber ich bin voreingenommen und habe neulich bei Gosch in Büsum Santiano gehört und dabei mein Fischbrötchen vertilgt. Ich kann nicht auf Volksmusik bzw. erst ab Bier Nr.8, dann allerdings singe ich selbst mit.

Dabei fiel mir ein Gespräch ein, dass ich mal mit Klaus Büchner hatte, dem Torfrocker und der besseren Hälfte von Klaus&Klaus. Er meinte zu mir, dass sich eben “Ein Pferd auf dem Flur” oder “An der Nordseeküste” damals schon zigtausdenmal besser verkaufte als der Wikingersound der Torfrocker. Also kein ach so nagelneues Wunder, sondern eher das selbe Spiel wie mit den singenden Mönchen oder eben den 4 Tenören vergleichbar, die “Highway to hell” intonieren. Dabei sage ich gar nicht, dass die Musik schlecht sei, sondern die Typen können wirklich mehr und das auch besser.

Ich denke spontan an die Band LSD (Late September Dogs) oder das Projekt Sangit von Björn Both der nun bei Santiano singt. Bis heute höre ich die LSD Scheiben, eine Band die wirklich wie einst Anvil eben nicht ins Regal passte zwischen 1990 und 2003. Ich empfehle jedem einmal den Film “Anvil Geschichte einer Freundschaft” zu sehen um ein bischen Wirklichkeit zu schnuppern.

Für den Konsumenten bedeutet dies – geht einfach wieder Live! Es gibt diverse tolle Bands und Ausnahmetalente, die wohl niemals irgenwie bei NDR, RSH, WDR oder sonstwo aufgelegt werden. Also haben wir und damit auch ich das Glück einen Ohrenschmaus wirklich günstig und mit enorm guter Show auch auf dem Land erleben zu dürfen.

Was mich dann ein bischen entsetzt ist, dass man etwa bei Suzi Quatro, Sweet, oder den Schlagermumien vom Kalkberg weitaus mehr zahlende Gäste zusammenbringt als die Bands die derzeit vor maximal 100 bis 300 Leuten tingeln.

Dabei ist der Zusammenhalt und das Wissen der Punk, Metal oder Gothikzene weitaus besser als die der Rock oder Popfans. Diese Fangemeinden schlagen auf wenn Kilt oder die Dead Shepeards irgendwo aufspielen – irgendwie Ehrensache. Es scheint also zu stimmen, das Metalfans wirklich mehr im Schädel haben. Itzehoe ist dabei eine perfekte Messlatte für den geistigen Zustand der Generation “Download-Pirat-Urheber-sind doof”.

Shenaniganz Nacht der Talente Itzehoer VErsicherung Stonecastlerock

Shenaniganz Nacht der Talente Itzehoer Versicherung Stonecastlerock eine der derzeit besten und angesagtesten Livebands - deutschlandweit!

Für 5 bis 8 Euro etwa waren in Itzehoe(!) pro Abend 3 bis 4 klasse Bands zu hören. Tequilla & the Sunrise Gang ,und D.E.P. Selbst die Black Tooth Scares sowie One Deal a Day, Shenaniganz aus Bayern, Ludwig Van oder D.E.Z als wirklich extrem gute Live Bands standen dort auf der Bühne. Was mich dann besonders ärgert ist, wenn einige lokalen Bands selbst dann nicht erscheinen um ggf. die Szene zu stützen oder den eigenen Horizont mal erweitern. Schade, aber ich denke nicht Alle sind so und dies macht wieder Hoffnung. Mal im Ernst – entweder man ist irgendwo Rocker oder eben eine Pfeiffe.

J.R.Blackmore und Markus Engelstätter

J.R.Blackmore und Markus Engelstätter eine Show die mittlerweile für die Harleydays in Hamburg als Headliner gebucht ist.

Die Scares haben nach dem Landritt mit J.R. Blackmore in Hamburg die große Freiheit gerockt und waren vorher beim Hard Rock Rising vertreten. Wie bekloppt muss man eigentlich sein? Man stelle sich vor man könnte eine unbekannte Band in einem Schuppen wie Starclub erleben und geht nicht hin? Nun , all jene die später die Beatles haben sehen wollen hätten denen um die Welt nachfahren müssen. Daher, aufgewacht! Damit die Bands leben können und mal zackig die Liveclubs gestürmt. Vielleicht die letzte Chance zu sagen: “Ich war dabei und hab mit der Band ein Bier getrunken!”. (Mein Bericht zu dem Konzert in der Freiheit und Bilder findet Ihr hier.)

Da die Industrie also nicht dazulernt und nicht in junge oder auch gute Bands investiert habe ich auf facebook unter meiner Fotoseite sowie auf Stonecastlerock ein paar Galerien zusammengestellt. Ich freue mich über *gefällt mir Klicks, oder wenn es jemand mag sogar diese Seiten teilt und damit auch die Bands promotet und unterstützt.

Hier die LINKS:

Bands&Fans auf facebook

Stonecastlerock auf facebook

 

Für all jene die facebook verweigern, hier ein paar Shots aus dem Lärmland: Stonecastlerock

Bilder – Bilder – in gutem Licht..

Die laufende Woche hat mich über zahllose Internetseiten und Materialien von Unternehmen geführt, mit denen wir ins Gespräch gekommen waren.

Da waren in Bilderreihen kaum farblich, oder lichttechnisch schlechte Fotos in Netz und Druck nebeneinander gestellt. Selbst manche Vereinshomepage wirkt dagegen wie ein Kunstwerk. Nun kann man denken, was auch immer man mag, aber es geht hier nicht um Geschmack, sondern um Handwerk. Die Korrektur dieser “Erstlingswerke” ist nicht wirklich schwer und meistens nicht einmal teuer. Es ist einfach mangelnde Sorgfalt, die hier oft als Ursache zu sehen ist. Allerdings scheint es auch bequem zu sein, mit dem was einem Kunden anliefern ein Produkt zusammenzufügen. Dies erspart natürlich Diskussionen mit dem Auftraggeber – Also Hauptsache fertig?

Es ist unglaublich schade, dass sich dieser Trend über Foto, Grafik, und nun auch noch über “Wackelfilme” fortzusetzen scheint.
Da gab es YouTube Kanäle mit Filmchen, die 7 bis 26 Views hatten aber davon eben direkt 17 Machwerke gleicher Unart.

Wenn ich mich mit der Regie im Studio unterhalte, fällt dauernd der Slogan “Der Unterschied bei einem guten Film ist, dass man nicht mehr auf diesen verzichten würde”.

Hier der Link zum UNEM Videokanal auf Youtube - LINK

Warum also fotografieren sich Unternehmer dann mit schiefer Krawatte und ohne Licht? Warum filmen sich gar Einige per Handy und zeigen dies auch noch im Internet?

Eigenkreativ und authentisch hin oder her, meist hat die “Dame aus dem Marketing” weder ein Budget, noch würde sie den Chef bitten einen Fotografen zu buchen. Ab und an kam der Satz: “Ja der Chef fotografiert lieber selbst.” Gefolgt vom scheuen Blick auf den Boden.

Meine Frage ist dann sehr riskant, da es auch das Ende des Gesprächs bedeuten kann. Immerhin ist jeder, der etwas selbst erstellt meist auch ein bisschen stolz darauf, was er da “geschaffen” hat. Ich muss also sehr vorsichtig sein, und dennoch rutscht es mir ab und an heraus. Dabei ist dies nicht einmal böse gemeint. – “Finden Sie dieses Werk angemessen für ein Unternehmen Ihrer Größe?” An der Antwort erkenne ich sofort, ob der Kunde wirklich beraten werden mag oder eben ganz eingenommen ist von der “Kunst” um ihn herum ist. Dann hat man ein “Go” oder “NoGo” und würde sich auch keinen Gefallen tun, in solchen Unternehmen weiter aufzuklären, dass er sich wortwörtlich in einem “schlechten Licht” darstellt.

Am besten jedoch war diese Woche ein “Flyer” der mit Word und tatsächlich 8 unterschiedlichen Schriftarten vom “Vertriebsleiter” höchstselbst erstellt wurde, “da er sonst gar kein Material hätte”. Wir sprechen über ein Haus mit 500 Beschäftigten und nicht über eine Eisdiele…

Es gibt auch Fälle in denen eine Art Dokustyle tatsächlich sinnvoll sein kann, allerdings ist dies offenbar selten bewusst geplant.
Ich habe aber auch erlebt, dass mir selbst gesagt wurde “Fein, ich mag den Kram auch nicht was schlagen Sie vor”. Dann stellt sich meist heraus, dass es eben nicht schlicht um Verkaufen geht, sondern darum die relevanten Punkte herauszuarbeiten, die günstig ausgetauscht oder neu produziert werden können.

Die Kosten, die eine Foto oder Filmproduktion ausmachen stehen in keinem Verhältnis zum Imagegewinn oder den Einsparungen der Zukunft, die unmittelbar, dann wenn weitere Produkte benötigt werden, tatsächlich messbar werden. Eine Messewand oder eine Außenwerbung, ein Druck oder ein Messefilm können weder aus Handy-Bildern noch aus schlechter Grafik erstellt werden. Spätestens an dieser Stelle macht sich Agenturarbeit bezahlt.

Eine Agentur beurteilt das Unternehmen und das Produkt von Außen. Wenn es dann darum geht, was man tun könnte, gehen die Gespräche meist in Richtung Kosten und nicht in Richtung Ziel. Dies würde der gleiche Unternehmer, bei der Wahl der Firmenfahrzeuge oder der Werkzeuge nicht einmal andenken, da er ja tausende Kilometer fahren möchte.

Nicht jedes Medium ist für jeden Kunden geeignet und ein Straßenplakat für ein Jahr kann günstiger sein, als eine Anzeigenschaltung und weit mehr Menschen je nach Angebot oder Einzugsgebiet ansprechen. Ein Film, kann ein Produkt oder eine Funktion schneller erläutern, als eine 80 Seiten Broschüre und ist mehrfach verwertbar und günstig zu verbreiten. Das wichtigste an all diesem Erlebten, stelle ich jedes mal fest, ist sich am Ergebnis messen zu lassen. “Hauptsache hübsch” verkauft auch nicht ein Produkt mehr.

Vielleicht liegt es an dieser einfachen Regel, dass wir nach dem Einsatz – mit dem nahezu stoischen bestehen auf Qualität – 80% wiederkehrende Kunden oder eben auf Empfehlung arbeiten. Wer dann ein Signet für 89€ und eine Homepage für 250€ bei einer nebenberuflichen Grafikerin im Bausatz bestellt und als Firmenwagen eine Oberklasse nutzt, lebt einen bedauernswerten Widerspruch. SEO/SEM fähige und Browser-sichere auch mobiltaugliche Präsenzen wird man zu diesem Kurs niemals realisieren können.

Eine kleine Zwischenrechnung

Für die Realisation einer Internetpräsenz bedarf es eines Gesprächs mit dem Marketing und den Unternehmern, bei dem das Ziel, die Planung der Benutzerführung, Ergonomie und Grafik bis hin zu den SEO Maßnahmen besprochen wird.

Dann erst wird nach dieser Vorgabe entworfen und vorgeschlagen, anschließend programmiert, getextet und optimiert. In der Regel sind dabei 3 oder 4 Fachleute involviert. Wie kann dann diese Qualität mit 250€ oder auch mit 500€ seriös umgesetzt werden? In 3 oder 4 Stunden ist diese Arbeit unmöglich zu erledigen. Anbieter, die so kalkulieren, stehen den Kunden nach 2 Jahren mangels Hungertod nicht mehr zur Verfügung. Das liegt daran, dass eben ein solches Geschäftsmodell nicht dazu führt, über die Masse hereinzuarbeiten. Nach 10 Betriebsjahren haben wir dieses Vorgehen und Scheitern unserer Mitbewerber mehrfach erlebt.

Warum Marketing Alles ist? Weil Alles Marketing ist!

Ich habe mich mit Schilderbauern, Textern, Fotografen, SEO Fachleuten und Grafikern auch im Wettbewerb unterhalten, die meine Erfahrungen teilen und bestätigten. Wer nur auf die Kosten und nicht auf das Ergebnis schielt, darf sich über das Ergebnis nicht wundern. Vielleicht kommt der kommende Firmenwagen dann auch vom Bastler und nicht mehr aus Stuttgart oder Sindelfingen. Vergleiche die hinken gehen übrigends mit starken Bildern dennoch durch…;-)