Aufstand der Region 2.0 die digitale Innenstadt

Derzeit sind diverse – teilweise subventionierte Projekte und Ideen im Umlauf die unter dem Titel „digitale Innnenstadt“ zusammengefasst werden.

Wieder einmal verlässt man sich nicht auf den Innovationsgeist des lokalen Handels, sondern Fachhochschulprojekte oder Unternehmen wie ebay versuchen sich an überholten Konzepten und gehen dabei wieder lange ausgetretene Pfade.

Verloren ging die Grundidee und die Frage, wo etwa der Vorteil für den Kunden oder den Mittelstand liegen könnte. Machen wir uns keine Illusionen, es geht doch um Umsatz, Kunden, Besucher oder zahlende Gäste in der Gastronomie etwa. Hier sollte der Service ansetzen und auch relevante Information angeboten werden.

Dabei ist der Weg recht einfach, wenn man sich an die Geschichte erinnert die jeder Händler oder Handwerker zu erzählen hätte.

Hier die Kurzform:

  • Wir sind Fachleute mit Erfahrung
  • Wir wissen was wir machen
  • Wir beraten jederzeit
  • Wir sind als Personen ansprechbar
  • Wir liefern am gleichen Tag wenn es gewünscht wird
  • Unser Einnahmen landen wieder in der Region

Dass der Endkunde noch viel mehr Vorteile erhält, wenn er sein Geld in der Region ausgibt steht ausser Frage, denn hier gezahlte Steuern kommen Infrastruktur, Schulen und der Gemeinschaft wieder zugute. Zu dem Thema der „Buy-Local“ Bewegung habe ich bereits einen Artikel verfasst. (LINK Artikel 2013). Wieder waren wir unserer Zeit weit voraus, und heute erst werden diese Ideen konkreter oder sind in Umsetzung.

Ohne lange über ein Konzept oder Umsetzungsdetails zu sinnieren geht es mir lediglich um die genannten Fakten, die man vermitteln und verstehen muss. Die Umsetzung in Stadtportalen, oder Handelsnetzwerken ist mittlerweile digitales Handwerk. Diese Lösungen sind mal besser oder schlechter, je nachdem wer die technische Umsetzung betreibt. Das wichtigste an allen Ideen ist ein schlüssiges Konzept. Hat die Idee einen Fehler fliegt einem jedes Vorhaben irgendwann mangels Akzeptanz oder Erfolg um die Ohren.

Womit beginnt nun die Zukunft wirklich?

Jeder Händler oder Handwerker, Dienstleister oder Unternehmer der Region sollte sich ein paar einfache Fragen selbst beantworten.

  1. Wie kann ich eine Leistung im Internet plausibel meiner Region vorstellen?
  2. Wie erreiche ich das Ziel neue Kunden über das Internet in den Betrieb zu führen?
  3. Wie erreiche ich Vorteile gegenüber der klassischen Vorgehensweise für mich und den Kunden?
  4. Bin ich in der bereit in einem Netzwerk mit anderen Unternehmen aktiv zu arbeiten?

Es gibt unterschiedlichste Arten der Durchführung, teure „Stand alone Shops“ auf der eigenen Präsenz mit dem Ziel auch überregional zu wirken. Dies funktioniert nur mit einer gut positionierten Marke und entsprechenden Investitionen. Wer etwas anderes behauptet möge mir den Beweis liefern, das man nur durch Leistung oder über Qualität etwas erreicht und schon irgendwie gefunden wird. Mit einer nicht mobilfähigen Internetseite ist dies selbst technisch schon so gut wie ausgeschlossen. (Artikel – Google bevorzugt mobile Internetseiten)

Eine neue Chance besteht tatsächlich in der Lokalisierung von Leistungen. Denn dem Kunden ist es ebenfalls lieber ggf. auch einmal bei einer Bestellung, etwa einer Nachfrage zu einem Produkt, vorbeizuschauen. Im Grunde ist Jeder, der einen Standort betreibt innerhalb einer Region dem reinen Onlinehandel überlegen. Leider wird diese Tatsache viel zu selten diskutiert, denn es fehlt der Wille dem Kunden zu folgen oder gar entgegenzukommen.

Wie sagte es der Multibauer aus Wacken seinerzeit. „Du musst aufhören dem Geld hinterherzulaufen, Du musst ihm einfach nur entgegengehen!“

Der Kunde ist heute lange im mobilen Internet unterwegs. Trotzdem haben die meisten Mittelständler keine responsive Internetseite oder pflegen halbherzig vorhandene Socialmedia Kanäle.

Sicher es ist nicht einfach, im Alltagsgeschäft Gedanken an Marketing zu verschwenden. Warum auch? Nun, jeden Monat einen bestimmten Betrag in ungelesene Printanzeigen zu investieren beruhigt zwar, bringt aber keinen Umsatz. 

Die klassischen Kanäle sind ebenfalls wichtig, dienen sie doch wenigstens minimal dem Markenaufbau durch Wiederholung. Allerdings nur in den Zielgruppen der Anzeigenblätter, zu wenig aber meistens in der eigenen weit wichtigeren Zielgruppe. Diese Streuverluste gab es immer schon in der klassischen Werbung. Das Internet ist da weit präziser als es eine Zeitung jemals sein wird. Ausgenommen Fachblätter, in denen Anzeigen daher wesentlich teurer sind als in Tageszeitungen.

Gar nicht mehr erreicht wird die Generation Ü-30, denn dort werden bekanntermaßen selbst Zeitungen Online konsumiert. In meiner Region ein ebenfalls eher halbherzig bedienter Markt der Verlage, die hier noch riesige Potentiale verschlafen. Auch über mögliche Kooperationen wird leider viel zu wenig nachgedacht. Gerade in diesem neuen Feld bietet es sich aber förmlich an Netzwerke und Informationssammlungen für den Nutzer anzudenken.

Bei Interesse freue ich mich über Fragen oder interessante Gespräche mit Interessenten für die Idee einer tatsächlich digitalen Innenstadt. Kontakt: info @ 3base.de